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Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz

Leben und Werk

1867 Am 8. Juli wird die Künstlerin als Käthe Schmidt in Königsberg (heute Kaliningrad) geboren. Schon als Kind wird sie von ihrem Vater gefördert und erhält Zeichenunterricht.

1886–1890 Es folgt die Ausbildung an der Künstlerinnenschule in Berlin bei Karl Stauffer-Bern. Anschließend erhält sie Malunterricht in Königsberg und absolviert über zwei Winterhalbjahre ein Malstudium an der Damenakademie in München bei Ludwig Herterich.

1890 Sie übt sich in freien Studien in Königsberg und macht erste Versuche im Radieren.

1891–1897 Käthe Schmidt heiratet den Arzt Karl Kollwitz und übersiedelt mit ihm nach Berlin (1891). Die Söhne Hans (1892) und Peter (1896) werden geboren. Nach dem Besuch der Uraufführung des Dramas „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann (1893) beginnt Kollwitz mit dem graphischen Zyklus „Ein Weberaufstand“ (bis 1898).

1898 Mit „Ein Weberaufstand“ gelingt ihr der künstlerische Durchbruch auf der Großen Berliner Kunstausstellung. Max Liebermann setzt bei der Jury eine Medaille für Kollwitz durch, Kaiser Wilhelm II. lehnt dies jedoch ab.

1899 Käthe Kollwitz nimmt an der ersten Ausstellung der Berliner Secession teil. Neben dem Dresdner Kupferstich-Kabinett beginnt auch das Berliner Kupferstichkabinett, die heute bedeutende frühe Kollwitz-Sammlungen anzulegen.

1901 Kollwitz wird Mitglied der Berliner Secession (bis 1913). Sie unternimmt eine erste kurze Reise nach Paris. In den darauffolgenden Jahren entstehen einige farbige Lithographien und Zeichnungen, die jedoch Ausnahmen in ihrem Œuvre bleiben.

1904 Erneut reist Käthe Kollwitz für einen zweimonatigen Studienaufenthalt nach Paris: Sie besucht eine Klasse für Bildhauerei an der Académie Julian bei Raoul Verlet, wo sie die Grundlagen plastischen Arbeitens erlernt. Sie trifft u. a. Auguste Rodin in seinen Ateliers in Paris und Meudon. Kollwitz erhält den Auftrag von der „Verbindung für historische Kunst“ ihren geplanten Zyklus »Bauernkrieg« als Vereinsgabe zu schaffen (bis 1908).

1907 Die Verleihung des durch Max Klinger gestifteten „Villa-Romana-Preises“ ermöglicht einen mehrmonatigen Aufenthalt in Florenz.

1908–1910 In freier Mitarbeit für die Satirezeitschrift „Simplicissimus“ werden 14 Zeichnungen veröffentlicht. Kollwitz macht ihre Graphik zunehmend zum Instrument sozialen und politischen Engagements.

1909 Es entstehen erste plastische Arbeiten.

1912 Kollwitz wird zum Vorstandsmitglied der Berliner Secession gewählt. Im September mietet sie ein Bildhaueratelier im Siegmundshof und bleibt dort bis zum Herbst 1928.

1913 Nach Spaltung der Berliner Secession wechselt Kollwitz zur Freien Secession, deren Vorstand sie von 1914 bis 1916 angehört.

1914 Ihr Sohn Peter fällt kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Freiwilliger in Belgien. Kollwitz fasst den Plan für ein Gefallenenmal zu Ehren ihres Sohnes und aller Kriegsfreiwilligen.

1917 Anlässlich ihres 50. Geburtstages finden zahlreiche Ausstellungen statt. Die bedeutendste organisiert Paul Cassirer gemeinsam mit der Künstlerin, Schwerpunkt sind ihre Zeichnungen.

1918 In einem am 28. Oktober von der Zeitung „Vorwärts“ gedruckten offenen Brief tritt sie Richard Dehmels „Aufruf zum letzten Kriegsaufgebot“ entgegen. Sie schließt ihren Appell mit dem Goethezitat aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“: „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden„. Um ihre Kriegserlebnisse zu verarbeiten, beginnt sie sich graphisch mit dem Thema „Krieg“ auseinanderzusetzen.

1919 Als erste Frau wird sie Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und gleichzeitig zur Professorin ernannt. Kollwitz bricht die Arbeiten am Gefallenenmal ab.

1921 Kollwitz nimmt an den Schwarzweiß-Ausstellungen der Akademie der Künste in Berlin teil (bis 1934).

1921/22 Angeregt durch Holzschnitte Ernst Barlachs führt sie den Zyklus „Krieg“ als erste Folge in dieser druckgraphischen Technik aus.

1924 Für den Mitteldeutschen Jugendtag der sozialistischen Arbeiterbewegung in Leipzig entsteht ihr berühmtestes Plakat „Nie wieder Krieg!“.

1928–1933 Kollwitz wird Leiterin des Meisterateliers für Graphik an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Sie erhält dort zwei Arbeitsräume. Als erster Frau wird ihr 1929 der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.

1932 Nach Abschluss der 18-jährigen Arbeit am Mahnmal „Trauernde Eltern“ reisen Kollwitz und ihr Mann nach Belgien zur Aufstellung der Skulpturen auf dem Soldatenfriedhof Roggevelde, wo ihr gefallener Sohn Peter liegt.

1933 Auch nachdem Adolf Hitler bereits im Januar zum Reichskanzler ernannt wurde, unterstützt das Ehepaar Kollwitz mit Heinrich Mann und anderen zu den letzten freien Wahlen am 5. März erneut wie im Vorjahr einen „Dringenden Appell“ zum Zusammenschluss der linken Parteien. Schon am 15. Februar werden Käthe Kollwitz und Heinrich Mann von der NS-Regierung gezwungen, aus der Akademie der Künste auszutreten.

1934 Käthe Kollwitz beginnt mit der Arbeit an der letzten druckgraphischen Folge „Tod«, die sie 1937 abschließt. In der Ateliergemeinschaft Klosterstraße findet sie einen neuen Arbeitsraum, um ihre große Plastik „Mutter mit zwei Kindern“ (1936) vollenden zu können. Für ihre jüngeren Kollegen wird sie zum Vorbild für Integrität und Durchhaltevermögen.

1936 Die zur Jubiläumsausstellung der Akademie der Künste eingereichten Exponate der Künstlerin werden einen Tag vor Eröffnung der Ausstellung entfernt. Im Folgejahr werden weitere Ausstellungen zu ihrem 70. Geburtstag verhindert.

1938/39 Kollwitz vollendet die „Pietà“, eine ihrer bedeutendsten Plastiken.

1940 Karl Kollwitz stirbt. In der Kleinplastik „Abschied“ (1940/41) verarbeitet Käthe Kollwitz den Verlust ihres Mannes. Sie gibt ihr Atelier in der Klosterstraße auf und richtet einen häuslichen Arbeitsraum in ihrer Wohnung in der Weißenburger Straße ein.

1941 Die Lithographie „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ entsteht als Vermächtnis der Künstlerin.

1943 Als letztes Werk entsteht die Kleinplastik „Zwei wartende Soldatenfrauen“ vor der Evakuierung nach Nordhausen. Die Berliner Wohnung von Käthe Kollwitz wird Ende November bei Luftangriffen zerstört, Anfang Dezember das Haus des Sohnes schwer beschädigt.

1944 Die Künstlerin folgt im Juli der Einladung des Prinzen Ernst Heinrich von Sachsen nach Moritzburg (bei Dresden).

1945 Am 22. April, wenige Tage vor Kriegsende, stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg. Im Herbst wird ihre Urne nach Berlin überführt und im Familiengrab auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.

Die Lebensdaten wurden nach aktuellem Forschungsstand vom Käthe Kollwitz Museum Köln erstellt.